Korrosion:

Der Korrosionsbegriff ist in der DIN EN ISO 8044 definiert. Es gibt über 30 Korrosionsarten. Die wohl bekannteste ist die Oxidation von Eisen zu Rost. Hierbei reagiert das Eisen mit dem in der Umgebung vorhandenen Sauerstoff. Dieses führt zu einer optischen Veränderung der Oberfläche und einer Beeinträchtigung der Werkstoffeigenschaften.

Nicht zu vernachlässigen ist der wirtschaftliche Schaden, der aufgrund von Korrosion entsteht. Dieser wird jährlich auf 3-5% des BIP eines Landes geschätzt. Nicht mit einberechnet sind hierbei Imageschäden als Folge korrodierter Produkte. Umso wichtiger ist es, korrosionsempfindliche Erzeugnisse optimal vor Korrosion zu schützen.

Zur Vermeidung kostspieliger Korrosionsschäden existieren mehrere Möglichkeiten des Korrosionsschutzes, die sich maßgeblich an den gestellten Anforderungen orientieren. Insbesondere auf dem Transportweg oder während der Lagerung sind metallische Produkte extremen korrosiven Belastungen ausgesetzt. Um diesen Belastungen entgegenzuwirken, wird ein temporärer Korrosionsschutz benötigt.

 

Temporärer Korrosionsschutz:

Unter temporären Korrosionsschutz wird ein zeitlich vorgegebener Korrosionsschutz verstanden, welcher nach Gebrauch wieder rückstandslos entfernbar ist. Im Gegensatz hierzu können metallische Produkte aber auch permanent mittels Galvanisierung, Lackierung oder festen Polymerüberzug vor Korrosion geschützt werden. Bei allen diesen Techniken muss zur Vermeidung von Korrosion dafür gesorgt werden, dass kein direkter Kontakt zwischen Wasser und Metalloberfläche besteht. Denn Wasser spielt bei Korrosionsprozessen eine zentrale Rolle. Salze, Umweltschadstoffe und andere korrosive Substanzen beschleunigen diesen Prozess.

Es gibt drei Möglichkeiten einen temporären Korrosionsschutz aufzubauen: Konservierung mittels VCI, Trockenmittel sowie Öl/Tectyl. Alle drei Konservierungsmethoden sind effektiv, unterscheiden sich jedoch deutlich in den Kosten, der Umweltbelastung und im Handlingsaufwand.

Flüchtiger Korrosionsinhibitor - VCI:

Aktive VCI Wirkstoffe bilden innerhalb einer Verpackung eine vollflächige, korrosionsschützende Schicht auf metallischen Werkstoffen aus. Ein direkter Kontakt zwischen Metalloberfläche und umgebender Feuchtigkeit wird somit verhindert. Nach Öffnung der Verpackung verflüchtigen sich die Inhibitoren und der vorher gebildete Schutzfilm verschwindet wieder rückstandsfrei von der Werkstoffoberfläche.

 

 

 

Öl/Tectyl - Beschichtung:

Durch Sprühen, Streichen oder Eintauchen wird die Metalloberfläche mit Öl oder Tectyl benetzt. Dieser Öl- bzw. Tectylfilm auf der Metalloberfläche verhindert den direkten Kontakt zwischen Wasser und Metall. Hierdurch wird das Metall vor Korrosion geschützt. Für eine anschließende  Weiterverarbeitung muss das Öl bzw. Tectyl wieder aufwendig von der Oberfläche entfernt werden. 

 

 

Trockenmittelkonservierung:

Bei der Trockenmittelverpackung wird die Luftfeuchtigkeit innerhalb der Verpackung soweit reduziert, dass keine Korrosion mehr stattfinden kann.Die benötigte Trockenmittelmenge wird unter Berücksichtigung von mehreren Faktoren berechnet und innerhalb der Verpackung platziert. Für die Funktionsweise dieser Korrosionsschutzverpackung ist es notwendig, dass die Umverpackung vollständig dicht verschlossen wird.